Kreisschützen zeichnen in Langenbrand zahlreiche treue Mitglieder und Helfer aus

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Foto: Schwarzwälder-Bote

 

EM-Bronze, deutsche Meistertitel: Sportlich konnte der Schützenkreis Calw beim Kreisschützentag in Langenbrand zufrieden auf das abgelaufene Jahr blicken. Ein Thema abseits der Medaillen ist dagegen der Bedürfnisnachweis werden –­ und die finanzielle Situation des Schützenkreises.

 

Im Rahmen des 65. Kreisschützentages konnte in Langenbrand Kreisoberschützenmeister Edmund Großmann mit Unterstützung durch die Vizepräsidentin des Deutschen Schützenbundes, Hannelore Lange, eine ganze Reihe verdienter Funktionäre und Helfer auszeichnen. Die höchste Auszeichnung – die Verdienstmedaille in Bronze – bekamen Albrecht Bernhard (Gründungsmitglied und 30 Jahre lang Oberschützenmeister beim SV Holzbronn), Uwe Bayerbach (langjährige Sportleiter beim SV Oberlengenhardt) und Jürgen Zizmann (SF Gechingen). Das Verdienstehrenzeichen in Silber erhielten das Oberlengenhardter Urgestein Dieter Hertenstein und Siegfried Dlugoszek von der SGi Altensteig. Herbert Kübler, Martha Schuy, Siegfried Schönthaler, Willi Storz (alle SK Sommenhardt), Jürgen Kalb, Rainer Kusterer (beide SV Oberlengenhardt), Wolfgang Maier, Inge Böttinger, Jörg Schwarz, Frank Klingenstein (alle SF Gechingen) wurden mit der Kreisehrennadel in Gold geehrt. Die gleiche Auszeichnung in Silber erhielten Frank Braun, Frank Nothacker, Joachim Lutz (alle SK Sommenhardt), Sabrina Kalb, Lothar Pfrommer (beide SV Oberlengenhardt) sowie Tobias Plach (SF Gechingen). Vom Gastgeber wurden das Engagement von Rosemarie Maisenbacher, Elke Kalb, Doris und Tamara Pfrommer, Silke Bayerbach und Katja Bayerbach mit der Ehrennadel für wertvolle Unterstützung gewürdigt. Foto: Kraushaar

Beim gut besuchten 65. Kreisschützentag zeichnete Kreisoberschützenmeister Edmund Großmann im Bürgerhaus in Langenbrand ein informatives Bild von den 3550 in 31 Vereinen organisierten Mitgliedern im Kreisverband Calw. Mit Luft- und Kleinkalibergewehr, Luft-, Sport-, Gebrauchspistole, Bogen, Vorderlader und Aufgelegt- bis hin zum Ordonanzgewehrschießen sei man breit aufgestellt.

„Sportlich sind die Schützen die Nummer eins, das Aushängeschild schlechthin im Sportkreis“, sagte Sportkreis-Präsident Volker Schuler mit einem Blick auf den EM-Dritten Gregor Stabel und die fünffache deutsche Meisterin Beate Köstel. Medaillen bei nationalen Titelkämpfen hätten laut Schuler schon Tradition, vor allem im Nachwuchsbereich. Da sei es den Trainern und Betreuern gelungen, mit ihren auf die Talentzentren Ebhausen Rötenbach, Bad Herrenalb, Simmozheim und Gechingen konzentrierten Jugendlichen die großartige Arbeit von Egon Hauck fortgeführt. Inzwischen sind aber auch die Seniorenschützen mit DM-Startplätzen in Dortmund und Hannover in den Blickpunkt gerückt.

 

„Wir haben immer etwas neidvoll nach Calw geschaut“, sagte der Kreisschützenobermeister Norbert Struck vom kleineren Nachbar-Schützenkreis Leonberg, „aber seit ich in Althengstett Mitglied bin, habe ich erlebt, dass da ganz anders trainiert wird.“

Erfolge sind die eine Seite der Medaille, wobei Reinhold Rau vom Auftritt der Schützen bei den Olympischen Spielen in Rio eine Brücke zu den Schützen im Kreis Calw schlug: „Sachlich, selbstbewusst und trotzdem bescheiden, der respektvolle Umgangston blieb mir in Erinnerung und den treffe ich auch hier an“, so der Leiter des „grünen Bereichs“ beim Landratsamt Calw, das auch für die Schützen zuständig ist. Die Kontrolle des Waffenbesitzes sei abgeschlossen und die Zahl rückläufig, da „Erbwaffen“ oft abgegeben werden, so Rau. Die Sicherheitsfrage bei den Vereinen und der Bedürfnisnachweis werde dagegen ein Thema. Der Gesetzgeber verlangt inzwischen ein monatliches Training, in vielen Schießanlagen liegen bereits Schießnachweisbücher aus.

Detailliert ging Edmund Großmann auf das abgelaufene Jahr ein. Beim Kreisvergleich mit Pforzheim und Freudenstadt blieb der Pokal in Freudenstadt, das Alters- und Seniorenschießen gegen Pforzheim war ein Erfolg und findet 2017 in Schwann statt. Positiv entwickeln sich die Bogenschützen, allen voran die aus Schömberg und Calmbach. Letztere stellen mit 201 Mitglieder den stärksten Verein, gefolgt vom SV Ebhausen (199) und den SF Gechingen (196). Vierter ist jetzt der SK Sommenhardt (180).

Als Herausforderung und Höhepunkt zugleich bezeichnete Großmann den Landesjugendschützentag in Möttlingen. Sein Dank ging an die Möttlinger Jugendleiterin Yvonne Atz sowie an Kreisjugendleiter Torsten Kolb aus Simmozheim. „Alles war perfekt, das Angebot toll, nur die Beteiligung der Vereine aus dem Kreis hatte viel Luft nach oben“, so der Kreischef.

Finanziell beinhaltete der letzte Kassenbericht von Sabine Kelemen ein Minus im vierstelligen Bereich, was das Guthaben auf knapp 7000 Euro schmelzen ließ. Um wieder etwas aufzuholen, bat Großmann um die Erhebung der ausgesetzten Kreisumlage in Höhe von 50 Cent je Mitglied, die ohne Gegenstimmen bewilligt wurde.

Beim Kreisschützentag in Langenbrand stellt sich bei den Wahlen der Sommenhardter Edmund Großmann erneut als Vorsitzender zur Verfügung. Er wandelt nun nach 16 Amtsjahren und einem einstimmigen Votum auf den Spuren seines Vorbilds, dem langjährigen Kreisoberschützenmeister Bruno Kiefer aus Calmbach.

Auch Walter Kugele aus Ebhausen als stellvertretender Kreisschützenmeister und der Kreisschulungsleiter Jürgen Keck wurden einstimmig wiedergewählt.

Sabine Kelemen aus Ebhausen gab ihr Amt als Schatzmeisterin nach 14 Jahren ab.

Mit der Diplom-Verwaltungsfachwirtin Katja Bayerbach aus Oberlengenhardt gelang es, das Kreisschützenmeisteramt erneut zu verjüngen.

Verena Großmann (2. Kreisdamenleiterin), Robert Lis (2. Kreissportleiter), Sabrina Kalb (2. Kreisjugendleiterin) sowie Werner Schönhardt, Paul Schaible und Herbert Schnattinger (alle Ligaleiter) und Ralf Stoll (Webmaster) wurden in ihren Ämtern bestätigt.

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