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Von Albert M. Kraushaar

Olympisch- oder Englisch-Match – das sind 60 Schuss liegend mit dem Kleinkalibergewehr auf der 50 Meter Distanz und zählte über viele Jahre hinweg zu den Domänen im deutschen Schießsport. Namen wie Klaus Zähringer, Uli Lind, Karl-Heinz Smieszek, Bernd Rücker, Christian Kless, Christian Lusch oder Maik Eckhardt haben bei Olympischen Spielen damit Geschichte geschrieben. Unter 590 Ringen konnte man einen Start bei den nationalen Titelkämpfen in Deutschland allerdings gleich abhaken. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, mit 587 Ringen ist man bei der Schützen- und mit 584 Ringen bei der Damenklasse dabei.

Der Schützenkreis Calw als ehemalige Liegend-Hochburg macht da keine Ausnahme. Mit dem SV Ebhausen (Rang sechs) war gerade einmal ein Team bei den diesjährigen Landesmeisterschaften vertreten. Bester Einzelschütze war Thomas Kelemen mit 581 Ringe auf Platz 23.

Zum Glück haben die Damen das Liegendschießen noch nicht verlernt. Das Trio Beate Gauß (596 Ringe), Jenny Klein (593) und Katja Braun (592) erzielte mitten in diese mageren Liegend-Zeiten hinein unter der Flagge der SF Gechingen einen neuen Landesrekord von 1781 Ringen.

Es war einer der wenigen Lichtblick in einem insgesamt sportlich als Dilemma einzustufenden Auftritt, in dem Ebhausens ehemalige Vize-Europameisterin Ramona Gößler mit 586 Ringen gerade noch so die Kurve gekriegt hatte.

Etwas besser machte es die Jugend, die mit Melanie Stabel, Teresa Röhl und Lisa Frank (Landesmeister mit dem SV Ebhausen mit 1748 Ringe) sowie Annika Dannemann, Lena Müller und Jessica Bertsch (Vizemeister mit dem Ebhausen II mit 1717 Ringe) sechs Startkarten erkämpfen konnte. Zwei weitere Startkarten gingen an Sven Lauxmann (570 Ringe; Rang vier mit den SF Gechingen) und die Sommenhardterin Jasmin Nothacker (570 Ringe; Rang neun), die genau das geforderte Limit erzielten.

Richtig überzeugen konnte bei den Mädchen jedoch nur Melanie Stabel aus Neuweiler, die mit guten 587 Ringen neue Landesmeisterin wurde.

Bei den Junioren blieben der SV Rohrdorf (Gregor Stabel, Tobias Huzel, Simon Schmidtke; 1744 Ringe) und SV Rohrdorf III (Robin Pross, Eugen Dizer, Robin Festerling; 1721 Ringe) über dem DM-Limit.

Chancen auf eine Medaille muss man sich bei den erzielten Ergebnisse jedoch keine ausrechnen. Einzig EM-Fahrer Gregor Stabel kam mit 585 Ringen als Gewinner der Bronzemedaille etwas in die Spur.

Eine, die weiß, wie es geht, ist Xenia Linder vom SV Oberlengenhardt. Die ehemalige DM-Medaillengewinnerin (Jugend) hat sich als einzige A-Juniorin mit 581 Ringen – sieben über Limit – auf Rang drei qualifiziert. Glück hatte Tobias Lüdtke vom SV Rohrdorf bei den B-Junioren. Mit 576 Ringen traf er exakt das geforderte Limit.

Im Vergleich dazu lag das Limit von 584/582 bei den Alters- und Seniorenklassen sehr hoch. Zu hoch für alle Kreisvertreter. Bester war Rainer Münzinger vom SV Althengstett mit 579 Ringen auf Platz 13. Auf Platz vier kostete der Ausrutscher von Robert Lis (556 Ringe) die Mannschaft auch noch die schon sicher geglaubte Medaille. Ebenfalls auf Platz 13 landet eHorst Gutscher (577) bei den Senioren, der kam jedoch zusammen mit Rainer Bühler (575) und Werner Kopp (573) mit 1725 Ringen als württembergischer Vizemeister des SV Althengstett von den Wettkämpfen zurück.